Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

 

Am 8. Februar 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegründet. Aufgebaut nach Vorbild des sowjetischen Geheimdienstes und unter Führung der SED stehend, oblagen dem MfS vor allem die politische Überwachung, Verfolgung und Unterdrückung von Oppositionellen und sozialen Außenseitern. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern verfügte das MfS über einen weit in die DDR-Bevölkerung hinein reichenden Bestand an inoffiziellen Mitarbeitern (IM) – normale Bürger, die ihr soziales Umfeld ausspähten und so auch Freunde, Familienmitglieder und Kollegen bei der Staatsmacht denunzierten.

Zwischen 1950 und 1989 arbeiteten – oft jahrelang – über 600.000 IM dem MfS zu, allein im Jahr 1989 waren 173.000 für die Stasi aktiv. Waren die Methoden der Unterdrückung in den 1950er und 1960er Jahren noch von offener Einschüchterung und Drangsalierung geprägt, so wandelte sich ihr Charakter seit den 1970er Jahren hin zu der verdeckten, aber nicht minder grausamen Form der ‚Zersetzung‘ politischer Gegner. Diese zielte insbesondere auf die Zerstörung der Persönlichkeit und der sozialen Bindungen eines Menschen ab.

 

Quellen und weiterführende Links

 

„Kompromissloser Kampf gegen die Feinde des Friedens und des Sozialismus“
(Neues Deutschland vom 8.2.1970, S. 4.)

 

Befehl Nr. 11/66 zur politisch-operativen Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion
und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen der DDR
(BStU, MfS, BdL-Dok. 1080 – Original, 5 S. – MfS-DSt-Nr. 100483)

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