Plan- und Mangelwirtschaft

 

Die Wirtschaft der DDR war zentral gelenkt. Nach Verstaatlichung von Industrie und Landwirtschaft gab die SED vor, was und wie viel produziert werden durfte. Die Planwirtschaft war dabei entscheidender Faktor bei der Herausbildung einer Gesellschaft, in der – gemessen am westlichen Lebensniveau – der materielle Mangel zum Alltag gehörte. Oft konnte der Plan wegen veralteter Technik, fehlender Materialien und Investitionsmittel nicht erfüllt werden. Aber auch der kostspielige Ausbau der Grundstoff- und Schwerindustrie sowie die anhaltende Abwanderung von Arbeitskräften waren Ursachen für den Produktionsrückgang und für Versorgungsengpässe, insbesondere bei Konsumgütern. Überall gab es Schlangen vor den Läden – die DDR-Wirtschaft war unfähig, die Wünsche der Bürger nach Dingen des täglichen Bedarfs zu befriedigen. In vielen Fällen gab es Produkte gar nicht oder nur als Bückware – auf Tauschmärkten jenseits der staatlich gelenkten Wirtschaft. Und obwohl die Lebenshaltungskosten durch staatliche Subventionen gering waren, waren viele Menschen mit dem täglichen Mangel unzufrieden.

 

Quellen und weiterführende Links

 

Über den Fünfjahrplan zur Entwicklung der Volkswirtschaft der DDR (1951-1955)
Aus dem Beschluss des III. Parteitages der SED vom 20.-24. Juli 1950.

(Geschichte 11, Berlin 1977, S. 282-283.)

 

Walter Ulbricht über den Fünfjahrplan
(www.hdg.de/lemo)

 

Fragen des Volkwirtschaftsplans der DDR 1970 – Versorgungsschwierigkeiten
(Neues Deutschland vom 15.12.1969, S. 3.)

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