Von der Friedensbewegung zur „Friedlichen Revolution“

 

Inspiriert durch die Arbeit der evangelischen Kirche und den weltweiten Protesten gegen Nach- und Aufrüstung entstand seit Anfang der 1980er Jahren eine unabhängige Friedensbewegung, die die Militarisierung in Ost und West sowie die diktatorischen Strukturen in der DDR ablehnte. Trotz massiver Drangsalierung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) forderten immer mehr Menschen friedliche Reformen und klagten die fehlenden Menschen- und Grundrechte sowie die Umweltverschmutzung an. Die aus der Friedensbewegung hervorgegangenen Bürgerrechts- und Umweltgruppen ebneten dabei nicht zuletzt den Weg für die „Friedliche Revolution“ im Jahr 1989/90. Ihr Ziel war zuvorderst die Reformierung des Sozialismus.

Der Zusammenbruch des SED-Regimes war vor allem die Folge von massiven wirtschaftlichen Problemen, der Massenausreise und -proteste in der DDR sowie dem Vorbild der Reformen in der Sowjetunion, Ungarn und Polen. Der durch den massiven Protest der Bevölkerung gegen mangelnde Reisefreiheit und den daraufhin erfolgten Zugeständnissen der SED ausgelöste Mauerfall am 9. November 1989 machte den Weg frei für die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Das Ende der DDR war aber bereits mit dem Fall der Mauer und des schnellen Machtverlusts der SED besiegelt. Schon im Dezember 1989 besetzten Bürger die lokalen Dienststellen des MfS, wo dessen Mitarbeiter bereits mit der Vernichtung der Stasiakten begonnen hatten. Am 15. Januar 1990 kam es zur Besetzung der MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Die Geheimdienstakten wurden nach der Wiedervereinigung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Quellen und weiterführende Links

 

Marianne Birthler: Der Herbst ’89
(www.jugendopposition.de)

 

Christel Dux: Mauerfall 1989
(www.hdg.de/lemo)

 

„Öffnet die Archive!“
(Telegraph Nr. 9/1989, S. 1.)

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